E-Mobilität

Es gibt verschiedene Aspekte zu beleuchten
1. Test und Fahreindruck
2. Was ist sinnvoll?
3. Schwachsinn im Bund
4. Schwachsinn im Land
5. Umsetzung der Energiekonzerne
6. Äquivalent Benzin/kWh
7. Fazit

1. Test und Fahreindruck

Ich wollte schon vor einigen Monaten erfahren, wie es ist, einen „Stromer“ zu fahren. Da passte es wunderbar, daß ich einen Eventtermin in 250km Entfernung mit Übernachtung hatte. Ich beschloß diese Dienstreise mit einem Tesla zu absolvieren. Also versuchte ich für ein langes Wochenende in Berlin einen Tesla anzumieten.

Ehrlich, ich stellte mir das ganz einfach vor. Anrufen Termin vereinbaren, nach dem Preis fragen und nach Luft schnappen und trotzdem buchen. Aber Fehlanzeige. Es gibt in Berlin nicht einfach Teslas zur Miete. Also durfte ich diesen Test vor einigen Monaten eben nicht machen, obwohl ich im Vorfeld schon geklärt hatte, das auch unser Hotel am Zielort über eine Ladestation verfügt.

Aber jetzt auf ein Neues. Wieder eine Dienstreise. Diesmal nach Baden-Würtemberg. Dort konnte ich dann einen Plug-in-Hybrid anmieten. Ein Mitsubishi Outlander wurde extra am Flughafen vom Autovermieter Sixt bereitgestellt (nicht weil ich irgendein Geschenk erhalte, sondern weil diese Fahrzeuge „normal“ dort nicht abgerufen werden).

Es waren vier Tage und so konnte ich einiges testen.

Fahreindruck:

Ja das Auto fährt halt. Nicht wirklich schnell und nicht wirklich leise.

Ich wußte, daß der Hybrid eben nicht für 200km/h ausgelegt ist. Ich habe nicht einmal den Versuch unternommen, ihn auszufahren. Es ging alles gemütlich mit 120-130km/h.

Eigentlich hatte ich gehofft, die Stille würde mich übermannen beim fahren. Aber die Windgeräusche sind so hoch, daß ich kaum einen Unterschied zwischen Stromern und Parallelbetrieb (mit laufendem ladenden Motor) vernehmen konnte.

Alles weitere ist so wie ich es von einem SUV erwartet habe.
Ich bin nicht enttäuscht, nein, ich bin aber auch nicht euphorisiert.

Auswertung Verbrauch:

In vier Tagen bin ich ziemlich gleich verteilt Autobahn Landstraße und Stadtverkehr gefahren.
Dabei habe ich 270km zurückgelegt und stolze 27,66l Benzin verbraucht
Das sind immerhin 10,24 l/100km.
Zusätzlich habe ich die Batterie leer gefahren. Die war bei Übergabe an mich voll. Bei Rückgabe leer.

Auf der Internetseite von Mitsubishi steht als Verbrauch:
Motor 2,4l Benzin 135PS PHEV 4WD verbraucht (kombiniert) Benzin 1,8l/100km + Strom 14,8 kWh/100km

Der reine Benziner dagegen:
Motor 2,0l Benzin 150PS 4WD verbraucht Benzin 7,4l/100kWh

Der gemeine Bürger hats schon gemerkt, alle Zahlen zum Verbrauch von E-Mobilen sind Bürgerverarschung!!!

2. Was ist sinnvoll?

Natürlich muss für den Wandel der genutzten Energie für Fahrzeuge alles versucht werden. Vieles davon wird sich weder technisch noch am Markt durchsetzen.
Aber das darf nicht von vornherein mit Lügen oder gezinkten Karten aufgebaut sein!

Daraus folgt: es müssen alle Techniken weiterentwickelt werden, die da facto „Beschlüsse“ LPG und Wasserstoff und Hybrid auszuschließen taugen nichts.

Unsere aktuellen Strafsteuern auf Power to gas töten eine Technologie weit bevor ihre Brauchbarkeit oder Unbrauchbarkeit bewiesen worden wäre.

Und weil unsere Politik leider so kurzsichtig und verlogen sind, wird Deutschland vom realen Ertrag aus der Transformation von Erdöl zu einer anderen Energiequelle nur die Brotsamen abbekommen. Schade.

3. Schwachsinn im Bund

Gebetsmühlenartig wird die Energiewende besprochen. Als ob es nur noch des Mitmachen der Bevölkerung bedarf.
Niemand sagt oder schreibt, daß die Bundesregierung selbst die Energiewende behindert.

Wie kommt es, daß keine Zeitung kein Fernsehsender darüber berichtet, daß die Bundesregierung selbst seit Jahren die wichtigsten Gesetzesänderungen zur Förderung der Energiewende gar nicht auf den Weg bringt. Ja sie lesen richtig, es ist der Bund unter Frau Dr Merkel, der eine Energiewende mindestens grob fahrlässig behindert, wenn nicht gar verhindert.

Was fehlt denn?
Einfaches verkaufen von Strom ist verboten (es bedarf einer gesonderten Erlaubnis, deren Erlangung wahrscheinlich über T€ 10 kostet und laufend weitere Tausende pro Jahr).

 4. Schwachsinn im Land

Gerade die SPD regierten Bundesländer müssten ein starkes Interesse haben, zu zeigen wie gut sie mit dem Fortschritt und dem Wohl der Bevölkerung umgehen können.

Doch was ist die Wahrheit? Sie zeigen überdeutlich – kaum an der Macht -, daß sie die Bevölkerung überhaupt nicht interessiert, sondern nur der eigene ganz persönliche Profit.

Mit Ladesäulen an denen keine Preise stehen und die nicht von einfachen Menschen ohne zusätzliche Verträge genutzt werden können, geht es jedenfalls nicht. (es ist schon peinlich genug, daß die Presse statt dieser rechtswidrigen Verarschung schöne PR-Bilder zeigt).

Und solange Unternehmen für die Aufstellung von Ladesäulen 1000ende Euro bezahlen müssen, die nirgendwo auf den Hochglanzseiten erwähnt werden, wird es auch nichts.

Vielleicht kam genau deshalb die SPD auf den genialen Trick, einem der reichsten Männer der Welt mal eben so 100 Millionen Euro zu schenken. Damit Elon Musk etwas für die SPD tut? (Die 100Millionen ergeben sich aus der Wertsteigerung von Wald zu Industriefläche, die mit der Umwidmung entstehen und die üblicherweise der Verkäufer erhält)

Die SPD in Überlingen (Baden-Würtemberg) wollte nicht nur mit der Landesgartenschau in die Presse sondern auch einmal anders erwähnt werden, und da kam ihnen die Ladesäule, die von keinem Urlauber genutzt wird/werden kann gerade recht.

5. Umsetzung der Energiekonzerne

Die Ergebnisse aus der Nutzung eines Hybriden waren traurig. Die Erfahrungen in Überlingen am Bodensee waren erschreckend.

Das Fahrzeug habe ich am Flughafen übernommen und wollte nun in Überlingen einfach ein wenig Strom tanken. Pustekuchen! Es gab zwar eine Ladesäule, aber an der Ladesäule stand weder was es denn kosten soll (wozu haben wir denn eine Preisangabenverordnung?) noch war eine Möglichkeit gegeben, als Besucher der Stadt Überlingen einfach gegen Bezahlen zu tanken.

Dafür ist in diesem Fall nicht die Stadt Überlingen verantwortlich, sondern die Stadtwerke am See, ein Unternehmen das von der Obrigkeit kontrolliert wird und es natürlich überhaupt nicht nötig hat, Kunden gegenüber transparent aufzutreten.

Nun dachte ich, die Verarschung in Überlingen sei ein Einzelfall, eben weil der Bürgermeister von Überlingen ein SPD-Mann ist, der um jeden Preis der von der Grünen Landesregierung in Stuttgart propagierten Energiewende Steine in den Weg legen möchte.

Weit gefehlt. Knapp 1000km entfernt in Potsdam sehe ich auch eine Ladesäule und schaue nach, ob ich dort als Besucher tanken könnte und was es kostet. Tja und wieder nix. Ich darf als Besucher nicht einfach Strom tanken.

An jeder Tankstelle kann ich für 10€ Benzin kaufen und mit Plastikkarte bezahlen.

Aber ich kann eben nicht an einer Ladesäule 10kWh tanken. Weder in Überlingen noch in Potsdam.

Liegt das daran, dass beides SPD regiert ist? Liegt es daran, dass die Energieversorger gar nicht daran denken, dem Bürger EHRLICH Strom zu verkaufen? Es sitzen so viele wichtige Politiker in den Aufsichtsräten der Energieversorger und KEINER macht denen Beine? Oder sind Politiker in Deutschland nur Marionetten?

Es heißt immer, die städtischen Betriebe und Energiekonzerne würden nur solche Politiker in ihre Aufsichtsräte wählen, die gefügig (und mit der Aufsichtsratsvergütung bestechlich) bereit sind, jede Missetat gegen das Volk mitzutragen. Ich komme zu dem Schluß, da ist wohl viel wahres dran.

Was für ein verlogenes Land.

6. Äquivalent Benzin/kWh

Kann mich denn eine Betrachtung der Verbräuche milde stimmen?
Ich könnte den Energiegehalt von Benzin und Strom vergleichen. Das ist zwar ökologisch richtig, aber für meinen Geldbeutel verkehrt.

Deshalb schaue ich auf den Wertvergleich:
Benzin E10 1,35 €/l und Strom 0,90 €/kWh

Strom 0,28€/kWh sagen sie zahlen wir zu Hause. Ja vielleicht, aber an der Ladesäule, mit Steuerrabatten sind es eben eher 0,90 €/kWh.

Gerundet ergibt sich daraus 1l Benzin E10 entspricht 1,5kWh Strom.

Damit ist sofort zu erkennen, daß alles Getue um die Elektromobilität verlogen ist. Sie sollen für ein Fahrzeug beim Kauf viele Tausende mehr bezahlen und dann beim Verbrauch keinen Cent sparen. Und als besondere Blume erhalten Sie die Gewissheit, daß Ihr Stromer im Ernstfall liegen bleibt.

7. Fazit

Es ist völlig absurd. Ich soll 30% mehr Benzin verbrauchen, für ein gutes Gewissen? Den Preis für Strom nie miteingerechnet, als ob er geschenkt wäre.

Wenn Strom ein Abfallprodukt ist, kann mir der Verbrauch egal sein. Aber Strom ist sauteuer. Das letzte ist danach ein Hybrid oder ein Stromer.

Erst wenn jeder Unternehmer als Nebenzweck seiner Tätigkeit auch einfach eine Ladesäule vor die Tür stellen kann und transparent einfach Strom verkaufen darf, kommt ein Markt und ausreichend Wettbewerb zustande, der den nötigen Schub für einen Wandel erzeugen könnte.