Es ist Mitte April in einem Ort einer bedeutenden Stadt im Land Brandenburg.
Beim abendlichen Spaziergang fällt die Dunkelheit auf. Nein es geht nicht um die Sonne, die nicht mehr scheint, es ist die Straßenbeleuchtung die auf der Hauptstraße nicht funktioniert. Es ist DUNKEL.
Der gewöhnliche Bürger ist überzeugt, es wohnen in diesem Ort mehrere Mitarbeitende der Stadtverwaltung. Es kann höchstens ein zwei Tage dauern, bis der Spuk vorbei ist.
Hier zeige ich auf, welches Desinteresse, welche Borniertheit vorherrscht und wie wenig den Mitarbeitenden der Stadtverwaltung an beleuchteten Straßen interssiert ist.
Während ich anfänglich sauer war auf die Stadt und ihr Desinteresse an einer funktionierenden Beleuchtung kamen mir Zweifel.
Hat die Stadt vielleicht gar nichts falsch gemacht?
Gibt es vielleicht gar keine Beleuchtungspflicht für Straßen?
Die MAZ schreibt unter dem 5.3.26 in der bedeutenden Stadt seien die Laternen in mehreren Straßen ausgefallen. Kann die Stadt eigentlich noch ihre Stromrechnungen bezahlen?
Die Bürger haben durch eine sinnlose Wahl einen mittleren sechsstelligen Betrag verpraßt. Da reicht es eben nicht mehr für Straßenbeleuchtung?
Es sieht mehr und mehr nach Absicht aus. Die Stadt möchte wahrscheinlich durch stückchenweise Abschaltung des Lichts Geld sparen.
Und es war der dumme Bürger, der durch seine falsche Wahl das Desaster überhaupt erst erzeugt hat.
Auf der Internetseite der Stadt ist zu lesen:
„Der Sachbereich Tiefbau befasst sich mit der … Straßenbeleuchtung…“
Da ist nicht die Rede von „Sicherstellung“, „Grundrecht“ sondern eher von „wir reden mal drüber“.
Es gibt auf der Seite der bedeutenden Stadt auch die Aufforderung eine Mail über defekte Straßenbeleuchtung zu senden. Der wichtigste Inhalt dabei: „Name und Telefonnummer“
Sorry, ich habe noch auf keiner Straßenlaterne einen Namen oder eine Telefonnummer gefunden. Was haben die Mitarbeitenden geraucht?
Und die Stadt meint, weil sie nun für zwei Bürgermeister jahrelang Geld bezahlen muß, was sie wohl nicht hat, sie könne durch Dunkelheit großes Geld zu sparen.
Es gibt gar keine Pflicht zur Straßenbeleuchtung
Auf der Hauptseite der bedeutenden Stadt habe ich das Suchwort „Strassenbeleuchtung“ aber auch „Straßenbeleuchtung“ eingegeben und es kam die vielsagende Antwort „keine Ergebnisse gefunden“
Dann gibt es noch ein davon völlig losgelöstes „Bürgerinformationssystem“. Das ist so geheim, daß es auf der Seite der Stadt selbst gar nicht in den Menüs erscheint.
Da gibt es unter der Suche „Strassenbeleuchtung“ nix und unter „Straßenbeleuchtung“ den Veweis auf eine Straßenbaubeitragssatzung.
Die bedeutende Stadt will Geld für die Straße UND die Beleuchtung aber braucht die Beleuchtung gar nicht zu betreiben.
Die Stadt kann auch Gebühren für den Straßenausbau erheben, wenn sie anschließend die Straße einfach dauerhaft sperrt. Sowenig es eine Pflicht zum Betrieb der Beleuchtung gibt, gibt es auch keine Pflicht zur Nutzbarkeit von Straßen.
Ich entwickele zunehmend Mitleid mit den armen Bediensteten der bedeutenden Stadt, die doch gar nichts dafür können, daß es gar keine Pflicht zur Beleuchtung gibt und wir dummen Bürger uns nicht zu beschweren haben über einzelne dunkle Ortsteile, sondern jede Nacht die Stadtverwaltung preisen müssten für jede Straßenlaterne, die noch funktioniert. Wir dummes Volk haben eben kein Recht auf Licht!
